Autor: Fritz Linde
Fritz Linde (1882-1935), geboren „zu Sankel Gemeinde Kierspe“ im Altkreis Altena, musste – trotz seines „heißen Wunsches weiter zu lernen“ – nach der Konfirmation 1897 „die Schule mit der Fabrik vertauschen“ – da es in der Familie „an den nötigen Mitteln“ mangelte. Schon im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erschienen Gedichte von ihm im Sonntagsblatt des „Lüdenscheider Wochenblatts“. Dem Plattdeutschen hat sich Fritz Linde jedoch erst nach dem ersten Weltkrieg zugewandt. In einem um 1930 verfassten autobiographischen Text schreibt er dann: „Ich höre Ihre Frage: Wie kommen Sie als Arbeiter dazu …? Hören Sie! Ich will nicht hoffen, dass es Ihnen geht wie einem meiner Freunde, der meinte, das Dichten wäre mir angeboren und ich könnte das alles nur so aus dem Ärmel schütteln. Gewiss, die poetische Ader haben wohl alle Dichter mit auf die Welt gebracht, im übrigen aber heißt schriftstellern: Arbeite, Arbeit wie jede andere auch: sammeln, Steinchen um Steinchen, um sie dann zusammen zu setzen zu den Mosaikbildern der Gedichte, Skizzen und Novellen. Schriftstellern heißt für mich, Herz und Gemüt haben, schriftstellern heißt für mich, die Sprache meistern.“
