Deutscher Hörbuchpreis: Die Nominierungen

Die Nominierungen für den Deutschen Hörbuchpreis stehen fest. Nominiert wurden zwölf Hörbücher aus den Sparten Literatur, Sachbuch, Unterhaltung und Kinder- und Jugendbuch und sechs SprecherInnen, die mit ihrer Interpretation der Texte, Hörbücher eigentlich erst hörenswert machen.

In der prestigereichsten Kategorie „Bestes Hörspiel“  stehen drei Produktionen zur Wahl. Bei dieser Kategorie kommt es darauf an, wie  aufwändig Literatur ins neue Medium umgesetzt wird und wie gut die Möglichkeiten des akustischen Mediums genutzt werden. Nominiert ist mit „Dienstbare Geister“ von Paul Plamper ein Hörspiel zur Kolonialgeschichte und Migration nominiert, außerdem Kai Grehns Adaption von Jack Londons Roman „Die Zwangsjacke“ und die Erzählung „Georg Horvath ist verstimmt“ von Regisseur Oliver Sturm.

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Eine Lesetradition: Jahresrückblicke

Mir ist es bislang noch gar nicht aufgefallen, dass fast alle – und damit meine ich nicht nur das Feuilleton, sondern LeserInnen, Literaturblogger, Buchhändler … mit ihren Jahresrückblicken einen Blick in das vergangene literarische Jahr werfen. Eine schöne Tradition, wie ich finde!

Geradezu erstaunt war ich über den etwas anderen Jahresrückblick von Papiergeflüster. Der schlägt sich nämlich in der Anzahl der gelesenen Bücher und Seiten (167/ 37.728) nieder und vergleicht die eigene Leseleistung mit der vom letzten Jahr. Welche Favoriten dabei waren, erfährt man von Papiergeflüster in den dazu verfassten Rezensionen.

Auf ZEIT ONLINE listen Autorinnen und Autoren eben jenes Mediums eine bunte Mischung an Empfehlungen auf. Immer wieder dabei: Daniel Kehlmanns neuer Roman „Tyll“ und Joachim Meyerhoffs „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“.

Buchbloggerin angstvorclowns blickt weniger zurück als mehr nach vorn und formuliert vier Buchvorsätze fürs neue Jahr. Einer davon hat viele positive Reaktionen in den sozialen Medien hervorgerufen: „Ich kaufe keine Bücher mehr bei amazon.“ Sondern nur noch im Buchladen um die Ecke.

Welche Neuerscheinungen der Buchhändler und Bookstagramer Frank Menden von stories! auf seinen Best-of-Stapel packt, haben wir ja schon ausgiebigst erörtert. Kleine Erinnerungsstütze?

Und selbst? Also für mich war das Jahr nicht nur ein Jahr der Entdeckungen unter den Neuerscheinungen, sondern eins der Entdeckungen überhaupt. Ein Buch, was mich sehr bewegt, geradezu berührt hat, war der Debütroman: „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing. Echt, tiefgründig, empathisch – und ich muss es wissen!

Welches Buch habt ihr entdeckt?

 

 

Frank Mendens literarischer Rückblick 2017

Frank Menden, Buchhändler bei stories! in Hamburg und aktiver Bookstagrammer, wählt seine persönlichen literarischen Highlights 2017:

Was liegt da auf dem Stapel? Hanya Yanagihara schreibt in „Ein wenig Leben“ über die Freundschaft zwischen vier Männern, die sich auf dem College kennengelernt haben und nun in New York leben. „Ein wenig Leben“ ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Und manchmal so beängstigend, dass man es kaum aushält weiterzulesen …

„Bevor die Welt unterging“ von Kirstin Breitenfellner ist ein Roman über das Erwachsenwerden, das von Wettrüsten, Kaltem Krieg, Waldsterben, Aids  und schließlich dem Mauerfall geprägt wird. Wie sich herausstellt, eine Zeit, die erstaunliche Parallelen zu den Problemen und Themen der heutigen Jugend aufweist – vom Klimawandel über den Reaktorunfall von Fukushima bis zu den Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt.

Das Buch: „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky ist das diesjährige Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen. Klingt interessant? Dann erfahre hier mehr darüber.

In „Das Leben des Vernon Subutex“ zeichnet Virginie Despentes ein vielstimmiges Panorama einer Gesellschaft am Abgrund. Man begegnet den ganz normal Gescheiterten, den scheinbar Erfolgreichen, den Schrillen und den Durchgeknallten. Despentes erspart ihren Figuren nichts und lässt kein gesellschaftliches Thema unberührt. In Frankreich vielfach preisgekrönt und Aufsehen erregend!

Außerdem: „Stillhalten“ von Nina Jäckle. „Ein Baum wächst in Brooklyn“ von Betty Smith und „Die Außerirdischen“ von Doron Rabinovici.

Welche Leseentdeckungen habt ihr in diesem Jahr gemacht?

Linus Giese aus der BUCHBOX Berlin empfiehlt:

Mein aktueller Buchtipp „Darling Days“ von iO Tillett Wright:

„Als iO sechs ist, möchte er kein Mädchen mehr sein und entscheidet sich dazu, fortan als Junge aufzuwachsen. In seiner Autobiographie „Darling Days“ erzählt er von einer Kindheit, in der er nie wirklich Kind sein durfte und von Eltern, die nie wirklich Eltern waren. „Darling Days“ ist ein raues, schmerzhaftes und trauriges Buch, das aber so wichtig ist – ich habe selten zuvor einen Text gelesen, der so offen und schonungslos von der Suche nach der eigenen Sexualität erzählt.“

Linus Giese, Literaturblogger und Buchhändler in der Buchbox Berlin

 

BUCHBerlin am 25. und 26. November 2017

Endlich wieder Buchmesse – jedenfalls für alle, die sich so kurz nach dem großen Literaturfestival in Frankfurt auf den Weg nach Berlin machen. Dort findet an diesem Wochenende zum vierten Mal die „Buch Berlin“ statt. Mit dabei im Neuköllner Hotel Estrel sind 280 Aussteller, kleine Verlage, Autoren und Selfpublisher. 

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Amazon Publishing – wer profitiert?

Da kann man sich nur wundern: Einer der drei bedeutensten Großhändler Deutschlands lädt mit einer vorgestern bekannt gegebenen Kooperation Amazon Publishing auf den deutschen Markt ein. Dank der Kooperation mit dem Barsortiment Koch, Neff & Volckmar GmbH (KNV) kann Amazon Publishing ab sofort seine deutschsprachigen Titel als Printbücher über das KNV Barsortiment  dem stationären Buchhandel anbieten.Der Vorstand der buchhändlerischen Genossenschaft eBuch hat für die Geschäftspolitik von KNV wenig Verständnis: „Das ist die dümmste Idee, auf die KNV bislang gekommen ist, denn so öffnet man dem zukünftigen Monopolisten Tür und Tor“, beziehen die Vorstände Angelika SiebrandsLorenz Borsche und Michael Pohl ihre Gegenposition.

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LOBU mischt den Buchhandel in Österreich auf!

Schon viele machten es sich zum Ziel, diese Jungs hier meinen’s ernst und schwingen sich dafür sogar auf’s Rad. LOBU, das ist die neue Plattform aus Österreich zur Rettung des lokalen Buchhandels in Österreich.

Das Konzept ist denkbar einfach: Bestellt wird per SMS-Chat unter Angabe des Buchtitels, des Autors und der Zustelladresse, ausgeliefert wird per Fahrrad (zunächst nur in zwei Bezirken von Wien, aber irgendwo muss man ja mal anfangen!), und zwar von der nächsten lokalen Buchhandlung um die Ecke. Wenn es Bestellungen sind, die von außerhalb kommen, wird per Post versendet, eingepackt werden die Bücher in Buchläden.

Wer steckt dahinter?
Vier 17-Jährige Schüler, allesamt Weltverbesserer und Literatur begeistert (klar, dass das irgendwie zusammen gehört, oder?). Ihr Ziel: „… den österreichischen Buchhandel vor der Zerstörung durch Großkonzerne zu retten.“

Wir finden das richtig gut!

Der Adrenalinrausch legt sich: Kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski im Interview

In welchem Café liest der Kaffeehaussitzer am liebsten? Wir waren neugierig und haben nachgefragt. Natürlich wollten wir auch wissen, wie es dem Blogaward-Gewinner 2017 zwei Wochen nach der Preisverleihung geht: Der Kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski beantwortet im Interview Fragen über seine Buchpassion, seine Leseinspiration, seine Meinung zur Literaturkritik  und die Stimmung in der Literaturbranche.  „Der Adrenalinrausch legt sich: Kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski im Interview“ weiterlesen

Unesco-Literaturstädte – eine Reise wert?

64 Städte aus 44 Ländern wurden von der Unesco neu in die Liste der Creative Cities aufgenommen. Warum ist das für uns interessant? 8 der 64 Städte wurden ausgezeichnet, weil in ihrem Stadtprofil die „Literatur“ größte kulturelle Bedeutung hat und in die jeweilige nachhaltige Stadtentwicklung eingebunden ist. Die neuen literarischen Hotspots sind: „Unesco-Literaturstädte – eine Reise wert?“ weiterlesen

Eden Verlag sucht den kurzsichtigsten Verlag Deutschlands

Da kann man doch etwas draus machen: Die kurzsichtigste Buchhandlung? Den weitsichtigsten Autoren? Erst einmal sucht der Eden Verlag den deutschen Verlag, dessen MitarbeiterInnen allein mit ihrer Kurzsichtigkeit den höchsten durchschnittlichen Dioptrien-Wert zusammen bringen. Der Gedanke dahinter: Kurzsichtige Menschen seien intelligent und davon tummeln sich gerade in der Verlagsbranche jede Menge.
So sieht der Wert des Eden Books-Team aus
So sieht der Wert des Eden Books-Team aus © Eden Books

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„Gott lebt ja! — Ach, Anne-Marie“

Am 21. Dezember 2017 wäre Heinrich Böll 100 Jahre alt geworden. Der Verlag Kiepenheuer & Witsch ehrt den Autor mit einer besonderen Ausgabe seiner Kriegstagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1943 bis 1945. Der Titel: „Man möchte manchmal wimmern wie ein Kind“.

Wir sind am Stand von KiWi auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt. Stolz zeigt man uns die Neuerscheinungen, darunter ein, wie es aussieht, kleines Notizbuch: schwarzer Einband, Leseband, abgerundete Ecken. Aber es ist kein Notizbuch. Oder doch! Aber ein bereits beschriebenes – mit handschriftlichen Aufzeichnungen von Heinrich Böll aus den Jahren Oktober 1943 bis September 1945. „„Gott lebt ja! — Ach, Anne-Marie““ weiterlesen

Syrerin Rasha Habbal wird „Torschreiberin“ in Berlin

Was immer sich die Initiatoren bei dem Namen gedacht haben, die Idee des Preises überzeugt: Die Syrerin und Schriftstellerin Rasha Habbal wird als erste Preisträgerin mit dem Stipendium „Torschreiber am Pariser Platz“ ausgezeichnet.Initiatoren sind die Allianz Kulturstiftung und die Stiftung Brandenburger Tor in Verbindung mit dem Literarischen Colloquium. Der Gedanke dahinter ist,  Schriftstellern, die in ihrer Heimat bedroht sind oder verfolgt wurden, in Deutschland eine Arbeitsmöglichkeit zu schaffen. Das Stipendium richtet sich an Schriftsteller, die in Deutschland leben und in den letzten beiden Jahren hier einen Flüchtlingsstatus erhielten. Berlin hat dabei Symbolcharakter als ein Ort der Zuflucht und Sicherheit für bedrohte und verfolgte Schriftsteller.

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Britischer Literaturpreis geht an US-Autor George Saunders

Jede Menge Literaturpreise in kurzer Zeit: Am Dienstag Abend wurde in London US-Schriftsteller George Saunders  mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Saunders wird für seinen Roman „Lincoln in the Bardo“ geehrt. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis ist der renommierteste britische Literaturpreis. Seit drei Jahren wird er nicht mehr nur für Werke aus dem Commonwealth vergeben sondern für alle englischsprachige Literatur, die in  Großbritannien erscheint. Dank dieser Regeländerung konnte zum zweiten Mal in Folge ein amerikanischer Schriftsteller das Rennen machen.  

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Literaturblog „Kaffeehaussitzer“ gewinnt ersten Blogaward

Frankfurt am Main / 13.10.2017

400 Blogger bewarben sich mit ihren deutschsprachigen Literaturblogs für den Buchblog-Award, der erstmals auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse verliehen worden ist. Auf die Shortlist schafften es: Book Broker, Brösels Bücherregal, Die Buchbloggerin, Kaffeehaussitzer, Literaturcafe, Page & Me sowie Papier und Tintenwelten. Genre-Schwerpunkte waren Kinder- und Jugendbuch, Spannung, Fantasy und Literatur.

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Die unabhängigen Buchhandlungen wählen ihr Lieblingsbuch

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky aus dem DuMont Buchverlag ist das diesjährige Lieblingsbuch der Unabhängigen Buchhandlungen. David Mesche, einer der Organisatoren der WUB) und Inhaber der Berliner Buchhandlung Buchbox!, hält es für absolut lesenswert: „Ein Fest für alle Menschen, die die leisen Töne lieben und die vielen Möglichkeiten, die Worte und Text der Phantasie zu bieten haben.“

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Kanada ist im Trend. In vielerlei Hinsicht, nun auch literarisch.

Margaret Atwood (77) wurde am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Die Jury des Stiftungsrates belohnt damit ihre politische Hellhörigkeit und ihr Gespür für bedrohliche Entwicklungen.

Im ZEIT-Interview sagte Atwood, von ihr werde erwartet, in die Zukunft blicken zu können. Tatsächlich stelle sie nur begründete Vermutungen an. So zum Beispiel: Wenn wir keine Technologien finden, um extreme Wetterphänomene zu einzudämmen, folgen Lebensmittelmangel, Aufruhr in der Bevölkerung und irgendwann ein Aufstand gegen die Regierung (egal welche gerade an der Macht sei).

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#fbm2017: Tschüss!

litnity verabschiedet sich von der Frankfurter Buchmesse 2017. Es war eine ereignisreiche Woche mit vielen guten Gesprächen. Wir danken allen, die uns besucht haben und mit denen wir gesprochen haben: unter anderem dem Suhrkamp Verlag, der Autorin Lana Lux, Mara Giese von buzzaldrinsblog, dem Droemer Knaur Verlag, dtv, den Autoren Takis Würger und Roman Tschäppeler, dem Schweizer Kein und Aber Verlag, genialokal, dem Kiwi-Verlag, dem Rowohlt Verlag, Steffen Meier, Philip von book_walk, Frau Hennings von Libri, Werner Dengel von Nordbuch e. V., dem Aufbau-Verlag, Frank Menden, dem Hessischen Rundfunk, der SZ online, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Sascha von koreander_net und den vielen anderen, deren Namen wir nicht kennen!

Ganz besonderer Dank gilt unseren Jungs Anthony und Lennard!