Der weiße Idiot

Die Geschichte eines Mannes, der sich mit einer Vision zu den Tieren begab

von

Jost Simon lebt vierzig Jahre in der DDR. Nach dem Krieg wächst er als Flüchtling und Vollwaise unter schwierigen Lebensbedingungen in einem Heim auf. Sein Kinderarzt diagnostiziert nach einem Sozialdefekt ein paranoid-halluzinatorisches Syndrom, das er später selbst als Demutsidiotie bezeichnet. Er besitzt eine außergewöhnliche Lernfähigkeit und ein praktisches Geschick. Zunächst ergreift er einen landwirtschaftlichen Beruf, erwirbt das Abitur an einer Arbeiter- und Bauern-Fakultät und studiert danach Veterinärmedizin. Als Tierarzt hat er ein enges Verhältnis zur landwirtschaftlichen Tierhaltung. Er arbeitet in verschiedenen Disziplinen erfolgreich, erprobt neue Sanierungsverfahren und setzt sich mit der industriemäßigen Tierhaltung auseinander. Seine Fähigkeiten und wohltuenden Charaktereigenschaften lassen ihn in seinem Beruf emporkommen. Aus seinen Praxiserfahrungen entwickelt er eine neue Vision von einer neuen Mensch-Tier-Partnerschaft, die in der allein auf maximale Tierproduktion ausgerichteten sozialistischen Gesellschaftsordnung zu Widersprüchen führte. Als Be-zirksepizootiologe leitet er in seinem Bezirk die Tilgung einer bedeutenden Tierseuche. Jedoch kurz vor der politischen Wende in der DDR zieht er sich eine tödliche Tollwutinfektion zu.