Dirig-Enten und ihre Sänger

neue amüsante Geschichten rund um Musik

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Welche Lust war es, in freier Luft den Atem leicht zu heben. Das Fidelio-Zitat, das Hans-Helmut Götte in einem Geburtstagsbrief an Beethoven aufgreift, zieht sich sich durch die Gesangesgeschichten, aufgeschrieben in einer Zeit, in der Atmen maskengedämpft ist, vom Musizieren und Singen ganz zu schweigen.

Aber auch die Coronazeit lässt sich humoristisch brechen in einer Geschichte über Choronaviridae musicarum, das Musikvirus, das sich als höchst infektiös erweist. Kontrapunkt mit mehr Moll ist das Gedicht „Hoffnung“, das auch „Sehnsucht“ heißen könnte: Nicht nur das Virus soll verschwinden, wir wollen auch die Angst verwinden.

Wie in seinem ersten Buch „Der Aufstand der Noten“ karikiert Hans-Helmut Götte wieder die Chorszene und ihre eigenwilligen „Typen“ mit ornithologischem Augenzwinkern: Das Goldkehlchen aus der Familie der Hochtonschnäpper, den am äußeren Rand einer Chorgemeinschaft beheimateten Basstölpel und die Dirig-Enten, deren Flügelspannweite mit Taktstock über zwei Meter betragen kann.