Severin

Ein Exempel

von

Der Spiegel der Kirchen- und Kulturgeschichte, in dem uns das Bild Severins von Noricum (gestorben 482) erscheint, ist mit den Ablagerungen, die mehr als fünfzehn Jahrhunderte ihm hinzugefügt haben, zu einem Zerrspiegel geworden. Und doch scheint die enorme Faszinationskraft dieses Mannes auch durch sein Zerrbild immer noch hindurch. Reine historische Wissenschaft besitzt allzu spärliche Quellen zur chaotisch-katastrophalen Zeit und Umwelt Severins, um seine wahre Erscheinung präzis rekonstruieren zu können. Aber unter Hinzuziehung von etwas poetischer Phantasie kommt der Verfasser des vorliegenden Buches einem überzeugend in sich stimmigen Porträt dieses Mannes, der zu den bedeutendsten Gestalten der europäischen Geschichte gehört, verblüffend, ja überwältigend nahe.