Ehrenvorsitzender Rosenblum

Eine Erzählung

von

Für den Schachspieler Otto Rosenblum steht fest: Kampf und Krieg darf es nur auf einem Brett mit vierundsechzig Feldern geben. Es ist der Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs hofft er auf die Weimarer Republik, die ihm als Juden zum ersten Mal volle Gleichberechtigung gewährt. Doch Rosenblum muss bald feststellen, dass seine Liebe zu Deutschland nicht erwidert wird. Als er zum Ehrenvorsitzenden des Schachverbandes ernannt werden soll, stellt sich ihm eine erstaunlich breite Front entgegen: ein Jude als Ehrenvorsitzender? Er beginnt einen Kampf gegen Dummheit und Resignation – mit der Rationalität des Schachspielers versucht er dem irrationalen Phänomen des Nationalsozialismus nahezukommen. Ein Kampf um Anerkennung und Würde auch im Angesicht der Bedrohung.