ABAI: ZWANZIG GEDICHTE

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Abai, kasachischer Nationaldichter, Philosoph, Aufklärer – nach seinem Vater offiziell Abai Kunanbajew –, lebte von 1845 bis 1904. Der Schwierigkeit, seine Poesie adäquat nachzudichten, mag geschuldet sein, daß sie zum ersten Mal 2007 in einer deutschen Buchausgabe erschien, der jetzt eine Neu-Herausgabe folgt – sprachlich dicht, in ungewohnter kasachischer Metrik, dabei gedankenreich, von philosophischen Fragen bewegt, selten erzählend, oft von einer dynamischen Intonation getragen.
Die deutschen Nachdichtungen von Leonhard Kossuth gründen sich auf Jahrzehnte umfassende Begegnungen mit Kasachstan, kasachischer Literatur, kasachischen Schriftstellern, verdanken ihr Entstehen nicht zuletzt freundschaftlicher Kom­munikation des Nachdichters mit Herold Belger, der als deportierter Wolgadeutscher zum souveränen Abai-Fachmann geworden ist.
Wer die in deutscher Übersetzung vorliegende Abai-Tetralogie von Muchtar Auesow kennt, wird sogar in dieser kleinen Gedicht-Auswahl die leidenschaftliche Positionssuche und Parteinahme eines Dichters wahrnehmen, der – in die Umbrüche einer von Nomadentum und Stammesherrschaft im russischen Imperium geprägten Gesellschaft hineingeboren – von vielen Konflikten heimgesucht war.
Die Neu-Herausgabe der »Zwanzig Gedichte« 2007 folgt einer überraschend großen Resonanz aus Kasachstan mit internationalen »Ausstrahlungen« über Kasachstan hinaus – im erweiterten Nachwort durch eine umfangreiche Bibliographie belegt.
Philosophische Meditationen Abais sind unter dem Titel »Buch der Worte«, gefördert von der Deutschen Botschaft Almaty und weiteren Sponsoren, 2001 deutsch in Almaty erschienen.