Antigone

von

Sophokles’ ‚Antigone‘ ist über 2500 Jahre alt und eines der wirkungsreichsten Dramen der Antike. Seine Berühmtheit verdankt es vor allem der jungen Titelheldin selbst, die als Inbegriff abendländischer Humanität, als Idealbild der liebenden Hingabe, Demut und Menschlichkeit gilt. Ihr gegenüber steht Antigones Onkel Kreon, König von Theben, der verfügt hat, dass ihr im Kampf getöteter Bruder vor den Toren der Stadt verwest, statt angemessen begraben zu werden. Sie widersetzt sich diesem Gebot und nimmt die angedrohte Todesstrafe in Kauf. In einer Felsenhöhle, in die sie Kreon gesperrt hat, wählt sie den Freitod. Hybris und egozentrische Gottlosigkeit des tyrannischen Herrschers rächen sich nach zu später Einsicht: Er bleibt zurück als gebrochener Mann.