Asbury Park, NJ

von

„asbury park ist so vieles schon gewesen/ und. wer hierher kommt, hat aufgehoert,/ die wirklichkeit nach
ihren wuenschen/ zu fragen.“ Christoph Szalay fragt in Asbury Park, NJ dennoch nach diesen Wünschen: In der Geisteshaltung eines modernen Flaneurs führt er uns durch diese Stadt, deren Glanz und Luxus längst verblasst sind, und verzeichnet mit großer Behutsamkeit und Präzision Ausschnitte einer Wirklichkeit, deren Davor und Danach in der poetischen Vorstellung bleiben – Figuren, Dialoge, Wörter ergeben eine Textur der Abwesenheiten. Dabei sind Szalays knappe Texte immer von Melancholie durchsetzt, aber nie sentimental.

So ist Asbury Park, NJ die Erzählung eines romantischen Mythos, ist die Formulierung einer Utopie, an der man festhält, wenn es nichts mehr gibt, an das es sich halten lässt; ist eine Elegie, ist Bruce Springsteen und die Nächte, die man aus den Geschichten kennt, von denen man sich wünscht, dass sie irgendwann wahr werden. Asbury Park, NJ ist eine Erinnerung an das Lachen, die Lieben und die Leben, die man geführt, verloren und wiedergefunden hat. Oder wie Szalay festhält: „love me tonight for i may never see you/ again“