Liebe Leserinnen und Leser, Sie mögen Krebs doch auch
gern, oder? Ich liebte ihn bereits als kleines Kind. Ich
habe damals ab und zu in der Créperie unserer Nachbarn
gespielt. Manchmal – selten genug – bestellte dort
ein Stammkunde, des Französischen unkundig, „zwei
Crépes bitte“, meist mit Schokoladencreme oder Apfelmus
oder Vanilleeis gefüllt, für sich und seine Begleitung.
In meinen Ohren klang das wie „Krebs, bitte“.
Krebs gefüllt mit warmer Schokoladencreme: ein wahrer
Traum – köstlich. Natürlich war es damals mein
Wunsch, später auch einmal Krebs zu verkaufen. Das
waren schöne Zeiten damals.
Losgelöst von autobiografischen Bezügen jeglicher Art und
damit auch weit weg von der sog. „Betroffenheitsliteratur“ wird
hier der skurril anmutende, jedenfalls mitleidslose
Versuch unternommen, sich dem Phänomen „Krebs“ auf eine
zuweilen irrwitzige, spielerische Art und Weise zu nähern.
Die Verknüpfung mit einem Spiel asiatischen Ursprungs, dem
GO, an dem sich jeder Internet – Nutzer beteiligen kann,
macht deutlich, dass es dem Autor nicht um die Entwicklung
eines Patentrezepts zur Bewältigung persönlicher Katastrophen
geht, über das man sich besser andernorts informiert, sondern eher
um eine distanzierte Perspektive auf die Pest des 21. Jahrhunderts.
- Veröffentlicht am Montag 17. März 2014 von epubli
- ISBN: 9783844288797
- 212 Seiten
- Genre: Belletristik, Erzählende Literatur
