Das Erdbeben von Lissabon

Wie die Natur die Welt ins Wanken brachte – von Religion, Kommerz und Optimismus, der Stimme Gottes in der Natur und der sanften Empfindung des Daseins

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Mitte des 18. Jahrhunderts scheint die Welt befreit von Zufall und Aberglaube, vorbei die Zeit der Kriege und Katastrophen – die Fortschritte der Wissenschaften haben der Vernunft Halt gegeben. Da wird Lissabon 1755 von einem verheerenden Erdbeben getroffen: Große Teile einer der strahlendsten und reichsten Städte Europas werden zerstört, unzählige Menschen sterben – die Nachricht von diesem Erdbeben erreicht nicht nur alle Metropolen in kurzer Zeit, der Kontinent ist starr von Schrecken und Entsetzen: Mit der Stadt schwindet der Glaube an die Kraft der Vernunft gegenüber der rohen Natur. Horst Günther unternimmt einen Ausflug in die Geschichte, eine großartige Reise durch die geistigen Landschaften Europas im 18. Jahrhundert: Er berichtet, wie das Beben der Natur die größten philosophischen Köpfe der Zeit – von Voltaire und Rousseau bis Kant – und viele andere Zeitgenossen in Bewegung brachte, wie die Natur das Selbstbewusstsein der Europäer erschütterte. Und wie das Beben, seine Folgen und deren Beurteilung Portugal und Lissabon für immer veränderten. Für die vielen Freunde Lissabons – das intelligente Grundlagenbuch über die Stadt, ihre Menschen, ihre Kultur.