De Urgeschicht von Meckelnborg

von

„As uns Herrgott de Welt erschaffen ded, fung hei bi Meckelnborg an.“

Als sein „plattdeutschestes Buch“ bezeichnete Fritz Reuter in einem Brief einmal „De Urgeschicht von Meckelnborg“. Mit feinem Spott und wohlwollendem Augenzwinkern zugleich erzählt er darin über die Versuche seiner Zeitgenossen, die Geschichte Mecklenburgs und seiner Bewohner zum Urbild der Menschheit zu erheben: Mecklenburg als Wiege der Menschheit, und Adam und Eva tummeln sich im Paradies, das in Krakow am See liegt.

Reuter nimmt die Menschen und Zustände seiner Zeit satirisch aufs Korn. Freundlich-ironisch beginnt er schon in der Einleitung: Der Erzähler und der Inspektor Knitschky beschließen Anno Domini 1860 „tau Kloster Stolp“, über das Frühkohlbeet der Mamsell herzufallen, um in ein unterirdisches Gewölbe zu gelangen. Sie fördern eine Handschrift zutage, mit der der Erzähler promovieren will, aber diese kommt abhanden, „de is in den Harwstmark verbrukt“ – als Einwickelpapier. Und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf, die „Urgeschicht“ muss neu geschrieben werden, und ein Verleger findet sich auch: „Lieber Reuter“, seggt Irnst Boll, „ich glaube auch, Hinstorff.“

Und wirklich: Hinstorff bringt 1874 „De Urgeschicht von Meckelnborg“ heraus, die sich auch heute noch größter Beliebtheit erfreut und nichts von ihrem Humor verloren hat.