Der Berg der Liebenden

Erlebnisse eines jungen Deutschen

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Als der Prager Schriftsteller Walter Seidl 1937 mit 32 Jahren starb, betrauerte man den Verlust einer »der stärksten Hoffnungen deutscher Dichtung in Böhmen«“ und meinte, der Verstorbene habe sich »in seinem letzten Roman selbst ein Denkmal gesetzt«. Gemeint war Der Berg der Liebenden, den Zeitgenossen wie Max Brod – Seidls Kollege als Musikkritiker beim Prager Tagblatt – enthusiastisch feierten und der hier erstmals wiederzuentdecken ist.

Der Berg der Liebenden ist ein Epos, das vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der Donaumonarchie und den ersten Jahren der Tschechoslowakei in Böhmen und dann in Südfrankreich spielt: Kindheitsgeschichte mit Anklängen an Robert Musils Törleß, gewagte Liebesgeschichte unter französischem Himmel, moderner Roman über moderne Musik (Janáček!), der nach einer grotesken durchzechten Nacht in Prager Altstadtgassen endet.

„Im letzten Buch, Der Berg der Liebenden, ist Seidl zum außerordentlichen Erzähler geworden, er hat den Weg zu Flaubert gefunden, dessen Madame Bovary er in einem der schönsten Kapitel seines Meisterromans feiert.“ (Max Brod, Der Prager Kreis)

Der Berg der Liebenden ist mit einem ausführlichen Nachwort »Erinnerungen an einen Verschollenen« des Herausgebers Dieter Sudhoff versehen, das eine glänzende Einführung in Leben und Werk Walter Seidls bietet.