Der Schatten den die Hand wirft

Sonette

von

Als zweites Buch in der Frankfurter Verlagsanstalt legt Klaus Modick eine Sammlung von fünfzig Sonetten vor: Es sind zwar formstrenge, inhaltlich aber leicht, luftige Gedichte, entspannte Reflexionen: »Diese Sonette werden nichts erdichten,/ sie sind sinnlos wie eine letzter Liebesbrief,/ verbeugen sich vor schöneren Geschichten/ und stehlen keinem Dichter sein Motiv.«
Das Motto des Bandes, klug gewählt, zeigt die Absicht: »…und das scheint mir noch heute die beste, wenn nicht gar die einzige Art zu sein, wie man die Wahrheit einigermaßen überzeugend zum Ausdruck bringen kann; indem man sie still für sich hersingt wie eine plötzliche, aber nebensächliche Erinnerung einer früheren, halbvergessenen Ahnung: Wobei es auf die Melodie ankommt; der Text bildet sich von selbst, dort wo einer zufällig aufhorcht und sich davon fesseln lässt…« (Wolfgang Hildesheimer, Vergebliche Aufzeichnungen)