Der Vogelbaum und andere Erzählungen

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Sieben Erzählungen, mit Witz und Ironie sowie Seitenhieben auf Bürokratie und Leistungs­gesellschaft:
Obsttag: Lustloses Beamtenehepaar (Franz Kainer leitet das „Büro für Angelegenheiten des Föderalismus“) verstößt gegen selbst auferlegte Regeln und gewinnt wieder Verlangen nach Zuneigung.
Abendkassa: Die Trennscheibe aus Verbundsicherheitsglas erschwert dem schüchternen Gregor, der in der Abendkasse des modernen Opernhauses Dienst macht, den Anschluss an die Außenwelt. Er verliebt sich unsterblich, aber hoffnungslos in eine attraktive junge Frau, die regelmäßig in die Oper kommt.
Hüttenwirt Vinzenz: Umrahmt vom Föhnsturm trifft die „Leistungsgesellschaft“ auf den Hüttenwirt, den „Anwalt der Entschleunigung“, der mit Seppl, einem Wolfsspitz, eine alte Berghütte bewirtschaftet.
Der Stadtstreicher: Aussteiger unternimmt „Dienstreise“ nach Paris. Wieder zurück, prüft er zusammen mit Jo, einem befreundeten Künstler, der seine Kleidung „aus einer Inspiration über den Zustand der Welt“ erklärt, Möglichkeiten einer aktiven, lebensbejahenden Parallelgesellschaft.
Der Vogelbaum: Die öffentliche Meinung siegt über das Stadtgartenamt, das eine von einer alten Dame liebevoll gepflegte Population von Haussperlingen vertreibt, weil die zu groß gewordene Grauerle verpflanzt und durch eine Schirmföhre ersetzt wird.
Aus dem Rahmen: Der Roman eines eigenbrötlerischen Gelegenheitsdichters wird zum Bestseller, aber er kann davon nicht mehr profitieren: Er wird das Opfer einer Zugentgleisung.
Am Strand: Ein wegen seines Leitspruches „Jeder muss sterben“ sogar von der feministischen Fraktion seiner Dienststelle geschätzter Kriminalkommissar braucht Abstand und verbringt einige Tage in einem Freizeitareal mit Badesee. Dort löst er seinen aktuellen Mordfall, in dem eineiige Zwillinge eine Rolle spielen. Oder löst er ihn nicht?