Deutsche Zukunftsvisionen vor 100 Jahren

Zeit-Egel, Schwarze Löcher, Menschenexperimente, Isolierte Organe, Kosmisches Grauen und Weltuntergang

von

Gustav Meyrink hat schon vor H. P. Lovecraft und Clark Ashton Smith Science Fiction und Horrorstory 1901 – 1916 zu einer überzeugenden Einheit als Genrehybride verschmolzen und ist der erste Virtuose des kosmischen Grauens, der Sternenwesen einsaugt, Zeit-egel und Mondbrüder ihr Unheil treiben lässt.
Auch seinen verrückten Genetikern, die Gehirne und Doppelwesen züchten, lebende Hände und Arme als Türgriffe und Klingelzüge installieren oder menschliches Gewebe mit Augäpfeln als Rankengeflecht arrangieren, möchte man nicht in vivo begegnen.
Meyrinks mehr als 100 Jahre alter Horror der Zukunft steht unter seinem Motto von 1916: „Was wir Leben nennen: es ist der Wartesaal des Todes.“ und „Wir selbst sind Gebilde, aus Zeit gemacht, Leiber, die Stoff zu sein scheinen und nichts anderes sind als geronnene Zeit.“
Die 24 SF-Horrorstorys und Zukunftssatiren bringen viel Erkenntnisgewinn, was denn heute schon an prophezeitem Grauen von Meyrink alles eingetroffen ist und welchen Horror wir in der Zukunft noch zu erwarten haben.