Die Bombe unter dem Tisch

Suspense bei Alfred Hitchcock – oder: Wie viel weiß das Publikum wirklich?

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Alfred Hitchcock hat das Thriller-Genre mit seinem typischen ‚Hitchcock-Touch‘ wie kein Zweiter geprägt.

Wie schafft es der Meister, sein Publikum in den Hitchcock‘schen Suspense zu verSetzen? Er selbst definierte hierfür klare Regeln – allen voran betonte er im Kontext seiner Suspense-Prämissen das Vorwissen des Zuschauers gegenüber den ahnungslosen Filmfiguren. Genau diese Forderung sorgt jedoch bei näherer Betrachtung für diverse Missverständnisse: Alfred Hitchcock scheint sich selbst zu widersprechen und die These in seinen eigenen Filmen zu vernachlässigen.

An dieser Unstimmigkeit Setzt Christina Stiegler an und nutzt sie als Basis, die Suspense-Definition Hitchcocks und dessen Kritiker zu hinterfragen. Die Autorin formuliert für den Suspense bei Alfred Hitchcock eine neue, differenziertere These: Anstelle eines Informationsvorsprungs des Publikums geht Christina Stiegler vielmehr von einem Wissensgleichstand zwischen Rezipienten und Figuren aus und unterzieht diese Vermutung einer kritischen Analyse. Die Ergebnisse der Untersuchung von Hitchcocks Werk, insbesondere von fünf ausgewählten Filmen, belegen die Annahme der Autorin und verleihen dem Suspense-Verständnis Alfred Hitchcocks einen neuen, überraschend anderen Glanz.

Mit vorliegender Arbeit promovierte die Autorin im Jahr 2011 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.