Die Sprachkunst großer deutscher Dichter

Dreizehn literarisch-pädagogische Beiträge zur Dichtung und Bildung

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Wenn auch Namen wie Wolfram von Eschenbach, Grimmelshausen, Schiller, Kleist und Hermann Broch ebenfalls noch zum unberücksichtigten Repertoire von Dr. Christian Eschweiler gehören, so reicht die in seinem neuen Buch getroffene Auswahl doch bereits aus, um von einer wirklichen Gipfelwanderung durch die deutsche Literaturgeschichte zu sprechen. Goethe, Hölderlin, Heine, Kafka, Thomas Mann, Brecht, Borchert, Hesse, Benn, Novalis und die Romantiker sowie Gedichte von Walther von der Vogelweide bis zu Nelly Sachs und Paul Celan stehen im Mittelpunkt der „dreizehn literarisch-pädagogischen Beiträge zur Dichtung und Bildung“. Zunächst als Vorträge ausgearbeitet und gehalten, wurde der Autor immer wieder im nachhinein um sein Manuskript gebeten, weil viele Zuhörer sich mit dem nur Gehörten nachträglich noch einmal gründlicher auseinandersetzen wollten. Diese regelmäßige Resonanz sowie der große Zuspruch, den seine Literaturvorträge immer wieder fanden, ermutigten den leidenschaftlichen Wissenschaftler und Pädagogen zu der jetzt veröffentlichten umfassenden Zusammenschau der „Sprachkunst großer deutscher Dichter“. Die uneingeschränkte Stärke des Buches besteht zweifellos in der Erschließung und Erhellung der jeweiligen Kunstwerke. Die einzelne Dichtung bedeutet immer mehr als der Dichter, das Werk ist wichtiger als die Biographie, wenn auch beides nie ganz voneinander zu trennen ist. Dem Außergewöhnlichen wird jedenfalls entschieden mehr Aufmerksamkeit gewidmet als dem Gewöhnlichen. Deshalb bleiben das persönliche Umfeld und die zeitgeschichtlichen Umstände auf das Notwendige beschränkt, während der ganze geistige Reichtum und die tiefgründige Wertewelt der Dichtung nachvollziehbar und überzeugend ausgebreitet und vermittelt werden. Mit diesem Buch will der engagierte Pädagoge bewußt der Verflachung und dem Werteverlust unserer Wohlstands- und Konsumgesellschaft entgegenwirken. Er fordert Bildung statt Ausbildung und Kultur statt Unterhaltung. In der Ablenkung von allem Wesentlichen sieht er das Symptom unserer Zeit und die Ursachen der Pisa-Studie. Der Verfall beginnt aber nicht erst in unseren Schulen, sondern bereits in den Geisteswissenschaften unserer Universitäten und damit in der Ausbildung der Lehrer. Aber richtige „Lehrer brauchen wir nötiger als alles andere“, schreibt Hesse bereits 1943 in seinem „Glasperlenspiel“, und sinnvolle Werte, muß man hinzufügen, die das Leben eines Menschen richtungweisend bestimmen und erfüllen können.
Dr. Christian Eschweiler hat sich seit seiner Studienzeit bei dem Kafka-Experten Wilhelm Emrich mit der geistigen Welt des großen Prager Dichters auseinandergesetzt. Dabei gelang ihm erstmals, den weltberühmten Roman „Der Prozeß“ durch eine völlige Neuordnung der Kapitelfolge zu einem überzeugenden und nachvollziehbaren Sinnganzen zusammenzufügen. Erst dieses neue Mosaik macht es möglich, das großartige Kunstwerk überhaupt zu verstehen. Seine Dissertation sowie fünf weitere Bücher über den verborgenen Hintergrund in Kafkas Dichtungen bilden das Schwergewicht seiner bisherigen Veröffentlichungen. In zahlreichen Essays und Vorträgen würdigte er aber auch andere große Dichter der deutschen Literaturgeschichte,
In den „dreizehn literarisch-pädagogischen Beiträgen zur Dichtung und Bildung“ in seinem neuen Buch „Sprachkunst großer deutscher Dichter“ fasst der ehemalige Studiendirektor am renommierten Aloisiuskolleg der Jesuiten in Bonn-Bad Godesberg seine Arbeit und deren Ziel zusammen.