Ein Loch in der Landschaft

Gedichte

von

„Geschmeidig, als hätte er ein Ich, / nimmt er auf einer Marmorsäule Platz, / in seinem Köpfchen wehen Farne der Verblendung.“. Ob Günter Herburger wie hier einen „Stadtspatz“ porträtiert, ob er die Klüfte des ländlichen Idylls oder die Physiognomie der Stalin-Allee zum Gegenstand seiner Lyrik macht, sein empathischer Blick ist stets gepaart mit hoher sprachlicher Durchdringung und einer Brechung des allgemein Gewohnten.
In diesem neuen Gedichtband, dem ersten, seit er wieder in Berlin lebt, treffen die Natur und das Urbane noch härter aufeinander. Doch diese Gedichte sind mehr als ein zweidimensionaler Blick zurück (ins Allgäu) und hinein ins Innere der Hauptstadt.
Günter Herburger löst die Dinge aus ihren vertrauten Zusammenhängen und verlagert die Wirklichkeit ins Phantastische, zuweilen Märchenhafte. Durch die Verfremdung des Alltäglichen entstehen poetische Bilder von sezierender Schärfe und großer Schönheit.