Erfurter Luftfahrtgeschichte 1910–1945 am Beispiel der Familie Schwade 1850–1952

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Manfred Krieg, 160 Abbildungen, darunter 147 schwarz-weiß und 6 farbige Fotos, 7 Zeichnungen und zwei Tabelle

Die Geschichte des Erfurter Flugwesens, des Flugzeug- und Flugmotorenbaus hängt unmittelbar mit dem Namen Schwade zusammen. Vier Generationen prägten die Erfurter Firmengeschichte auf besondere Weise. Darüber berichtet Manfred Krieg in diesem Buch. Grundlage dabei – seine jahrzehntelang Sammlung von Informationen und Dokumenten – welche er von Zeitzeugen erhielt.Dem Autor lag daran, sowohl den Fachspezialisten als auch interessierten Laien rund 100 Jahre der Erfurter Luftfahrtentwicklung seit 1850 am Beispiel der Familie Schwade nahe zubringen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Zum Geleit
I. Zur Wirkungsgeschichte von drei Generationen der Erfurter Familie Schwade
Die Pumpenproduktion bei der Firma Schwade als wirtschaftliche Grundlage
Der 26jährige Schwade absolviert eine Flugausbildung
Gründung der Aeroplan-Abteilung 1910
Der Flugplatz Drosselberg
Die erste Jagdpartie im Flugzeug
Herbstflugwoche 1910
Schwade-Stahlherz-Rotationsmotor
Quellenangaben
Hans-James Schwade wehrt sich gegen Verleumdungen
Flugschule für Heer und Marine
Pilotenprüfung auf dem Drosselberg bei Erfurt
Reparaturen und Überholungen von Flugzeugen im 1. Weltkrieg
Chronik über die Lebensstationen und Wirkungen von drei Generationen der Familie Schwade

II. Chronik der Erfolge und Rekorde
Hans-James Schwades Verdienst als Ingenieur
Hans-James Schwade konstruierte einen der ersten Höhenlader für Flugmotoren.
Fünf Generationen Schwade mit der Fluggeschichte verbunden
Majestätisches Lob
Ein Flug über 5 ¼ Stunden
Fliegerunfall auf dem Drosselberg
Alfred Hennig – Erfolge, Pleiten, Pannen
Beinahe abgestürzt
Der Fabrikflugplatz von Schwade
Doppeldecker für Rekordversuche
Zur Persönlichkeit von Hans James Schwade
Weiter zur Persönlichkeit Hans-James Schwade
Flugzeuggebläse – Entwicklung und Bau
Schwade – ein Outsider der deutschen Fliegerei – Ärger mit dem Flugzeugführer-Zeugnis
Projekt eines mehrmotorischen Versuchsflugzeuges in einmotoriger Bauweise
Überholung nachstehender Flugzeuge ab 1936
Patente von Hans-James Schwade
Späte Ehrung für Otto Schwade
Hans-James Schwade ein Naturfreund, passionierter Jäger und Heger
Die Arbeiter-Wohnanlage der Pumpenfabrik Otto Schwade & Co
Abschrift eines handschriftlichen, bisher unveröffentlichten Briefes von Hans-James Schwade
Ein Vorhaben misslingt
Firma Schwade mit Zweigstellen in aller Welt vertreten
Anmerkungen zur Familie Wendel
Biographie
Vorwort

Es steht mir als Enkel von Hans-James Schwade sicher nicht zu, die Leistungen meines eigenen Großvaters zu beurteilen oder zu würdigen. Diese Aufgabe fällt anderen zu, die weiter weg stehen und weniger vorurteilt sind. Dennoch muss ich sagen, dass die Tatsache, dass es ihm gelungen ist, seine Familie lebend durch die Hitlerzeit und den zweiten Weltkrieg zu bringen wohl seine größte Leistung ist.
Mein Großvater war sicher ein sehr ungewöhnlicher Mann. Sein ganzes Leben, seine Lebensweise und seine technischen und kaufmännischen Leistungen sprengten den Rahmen des Üblichen.
Ich erinnere mich gut, dass während meines Studiums der Ingenieurwissenschaften immer wieder auf Erfindungen und Entwicklungen meines Großvaters als Lehrbeispiel gezeigt wurden.
Einmal fragte ein Dozent, der selbst auch aus Thüringen stammte, mich nach meiner Herkunft. Unvorsichtigerweise erwähnte ich, dass ein Teil meiner Familie aus Erfurt stamme.
Der Dozent fragte natürlich sofort nach dem Namen meiner Familie und ich musste sagen, dass ich ein Nachkomme von Hans-James Schwade war. Worauf der gute Mann ausrief: „Doch nicht der Pumpenschwade?“ Ich musste seine Frage bejahen und erfuhr auf diese Weise, dass mein Großvater gemeinhin unter dem Namen der „Pumpenschwade“ bekannt war.
Diese Episode hatte noch ein interessantes Nachspiel. Einige Wochen später musste ich zusammen mit einigen anderen Studenten bei diesem Dozenten eine Prüfung ablegen. Obwohl gerade dieser Dozent allgemein für seine milden Prüfungen bekannt war, konnte man diesmal wirklich nicht von einer leichten Prüfung sprechen. Für einen Enkel des „Pumpenschwade“ galten eben doch andere Maßstäbe.
Beinahe sechzig Jahre lang wurde der Name Schwade in seiner eigenen Heimat kaum erwähnt. Als erster hat jetzt Herr Krieg, in jahrelanger und mühseliger Arbeit, Material für ein Buch über den Flieger und Flugzeugbauer Hans-James Schwade aufgespürt und zusammengetragen.
Dies war sicher eine sehr schwierige Aufgabe, da der Name Schwade in seiner eigenen Heimat ja von einer beinahe undurchdringlichen Mauer des Schweigens umgeben war.
Ich hoffe daher, dass das von Herrn Krieg hier zusammengetragene und ausgewählte Material dem Leser einen kleinen Einblick gewähren möge in die Geschichte des Mannes, den man den „Pumpenschwade“ nannte. Dan Iverus

ZUM GELEIT: —

Fragt man heute in Erfurt oder anderswo nach der Firma Schwade, reagieren die meisten Angesprochenen lakonisch mit dem Begriff „Pumpenschwade“. Einige erinnern sich noch an die ehemalige große Fabrik in der Melchendorfer Straße, andere an Werbungsannoncen und im besten Falle an große Sortimente von Pumpenfabrikaten. Staunen oder Zweifel löst indessen die Tatsache aus, dass mit dem Namen Schwade vier Generationen verbunden sind, die sich in der Geschichte des Flugwesens, des Flugzeug- und Flugmotorenbaus verdient gemacht haben. Über dieses Kapitel will die vorliegende Veröffentlichung berichten. Vor allem soll alles, was jahrzehntelang an verbalen und bildlichen Zeitzeugen sorgsam gesammelt wurde, aus meinem privaten Archiv an die Öffentlichkeit gelangen.
Mir lag daran, sowohl den Fachspezialisten als auch interessierten Laien rund 100 Jahre der Erfurter Luftfahrtentwicklung seit 1850 am Beispiel der Familie Schwade nahe zubringen. (Manfred Krieg)