Erinnerungen

Aus dem Archiv der Familie Bestushew

von

Der missglückte Staatsstreich vom 22. Dezember (14. Dezember nach altem Kalender) 1825, hat sich im Nachhinein als ein Glücksfall für die geistige Entwicklung der künstlerischen Intelligenz in Russland erwiesen. Die Schüsse auf dem Senatsplatz sorgten für ein allgemeines Erwachen, galten aber aufständischen Offizieren, die ein reformiertes Russland einforderten. Unter ihnen war auch der Autor dieser Erinnerungen. Durch ihn werden die Ereignisse wieder lebendig und bringen uns Menschen nah, die fast in Vergessenheit geraten sind. Aber nur fast – denn in ihrer Heimat werden die Dekabristen wie Heilige verehrt. Ob nun zu Recht oder Unrecht, das mag der Leser entscheiden. Lesenswert sind die Erinnerungen allemal. Sie zeigen, wie widerstandsfähig der Mensch sein kann, dessen Glück auch in der Gemeinschaft mit Gleichdenkenden besteht. Und wünschen wir uns das nicht Alle? Geschmäht – aber ungebrochen, nehmen die Dekabristen ihr Schicksal an und machen das Beste daraus. Ihre Frauen , zumindest einige von ihnen, müssen das gespürt haben, denn sie folgten ihnen freiwillig nach Sibirien.