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Zur Bedeutung des Schlafs für die vitalen, kognitiven und sozialen Prozesse bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr. Der Versuch einer Handlungsanleitung

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Schlaf ist für die vitalen, kognitiven und sozialen Prozesse des Kindes in den ersten Lebensjahren besonders relevant, und er verändert sich permanent in seinen Schlaf-phasen und in seiner Rhythmik, auch in der zum Wachen.
In seinen Funktionen beeinflusst er einerseits wesentlich Regeneration, Wachstum und Immunsystem, andererseits ist er notwendig für die Konsolidierung der Lerninhalte in diversen Gedächtnissen. Die Lernprozesse benötigen dabei unterschiedliche Rahmen-bedingungen für ihre neuronale Verarbeitung wobei emotional positiv oder aversiv konnotierte Inhalten die Erinnerungswahrscheinlichkeit verstärken.
Auch Träume sind in ihrem Typus von der jeweiligen Reizverarbeitung im Cortex abhängig und damit gleichzeitig von den Erlebnissen des Tages. Beim Aufwachen aus einem Traum sind Traum- und Wacherleben für ein Kind schwer zu trennen. Geweckt werden ist mit hohen organismischen Kosten und/oder Bildungsverlusten verbunden. Schlaf selbst ist eingebettet in exogene und endogene Rhythmen, die durch äußere Zeitgeber beeinflussbar sind und so zur Desynchronisation führen können. Soziale Interaktionen sind von einer zeitlichen Orientierung abhängig, die ontogenetisch erst erworben werden muss.

Die Qualität von Schlafen und Wachen ist somit von diversen chronobiologischen und sozialen Rhythmen abhängig, die den Organismus in Abhängigkeit vom Alter determinieren und die ohne äußere Vorgaben erst im Alter von circa sechs Jahren relativ stabil sind.