Felden. Ein Roman

Keiner weiß, was wirklich los ist

von

Dieser Kleinstadtroman ist geprägt von so schrulligen wie archetypischen Figuren wie dem Kaffeehausphilosophen und Hypochonder Niewein oder dem Sänger einer örtlichen Rockgruppe sowie den dazupassenden schrägen Frauengestalten, die ungeachtet verschiedener Beziehungen doch in Parallelwelten des Feldener Kosmos zu leben scheinen. Freilich verdichtet sich alsbald der Verdacht, dass es sich hierbei nur um Romanfiguren handelt, die sich allmählich gegen die Willkür ihres Schöpfers zu wehren beginnen. So wird die vordergründig realistische Beschreibung einer Kleinstadtidylle zunehmend in einem Spiel unterschiedlicher Fiktionsebenen und Perspektiven gebrochen und aufgelöst, nicht ohne die LeserInnen durch intellektuelle wie auch handlungsmäßige Spannungselemente, von Palindromen bis hin zu Mord und Apokalypse bei der Stange zu halten. So erleidet der fiktionale Geschehensraum am Ende physikalisch wie metaphorisch den entropischen Wärmetod. Hiermit wird mit den Mitteln von Postmoderne und Dekonstruktion sowie unter Bezug auf unterschiedlichste kulturelle, literarische und wissenschaftliche Codes bis hin zur Quantenphysik in so spielerischer wie ernsthafter Weise der Kunst- und Realitätsbegriff der LerserInnen einer amüsant-radikalen (Selbst-)überprüfung unterzogen.