Flore und Blanscheflur

Ein episches Gedicht in zwölf Gesängen. Herausgegeben und mit einer Vorrede begleitet von August Wilhelm Schlegel

von

Mit der vorliegenden Ausgabe wird der vollständige Originaltext des epischen Gedichts Flore und Blanscheflur (1822) von Sophie Tieck im Neusatz erstmals wieder zugänglich gemacht. Sie enthält die wichtigen Vorworte der Autorin und August Wilhelm Schlegels, die auf dem Hintergrund der romantischen Mittelalterrezeption programmatischen Charakter besitzen.
Die Dichterin Sophie Tieck (1775–1833) stand lange Zeit im Schatten ihres Bruders Ludwig, obwohl sie ebenfalls in allen literarischen Gattungen schriftstellerisch tätig war. Bei ihrem epischen Gedicht Flore und Blanscheflur (1822) handelt es sich um die Nachdichtung eines der bekanntesten Erzählstoffe des Mittelalters, der Liebesgeschichte zwischen einem heidnischen Königssohn und einer christlichen Sklavin, an der Sophie Tieck mehr als zwei Jahrzehnte arbeitete. Sie folgt in ihrem Gedicht der von der Frühromantik betriebenen Hinwendung zu mittelalterlichen Texten, die in zahlreichen Bearbeitungen und Neueditionen ihren Ausdruck fand. Von ihrer Vorlage unterscheidet sich Sophie Tiecks Nachdichtung auch durch ihre poetische Neugestaltung in Versform, mit der sie den alten Stoff für zeitgenössische Leser zugänglich machen wollte.