Franz Theodor Wolf 1841 – 1924

Jesuit und Naturforscher

von

Der in Bartholomä auf dem Albuch 1841 geborene Franz Theodor Wolf ist sowohl in seiner Heimatgemeinde als auch im schwäbischen Raum nahezu unbekannt.
Dabei verbirgt sich hinter seinem Namen eine große Persönlichkeit als Naturwissenschaftler. Nicht umsonst steht er in Ecuador, wo er lange Jahre tätig war, noch heute in großem Ansehen. Eine Galápagos-Insel trägt ebenso seinen Namen wie die höchste vulkanische Erhebung der größten Insel des Galápagos-Archipels.
Zu seinen Ehren ist ein Gletscher am höchsten ecuadorianischen Anden-Berg, dem Chimborazo, benannt.
Wolf gilt nach Alexander von Humboldt als der bahnbrechendste Erforscher Ecuadors. Zunächst als Professor der Naturwissenschaften in Quito, später als Staatsgeologe des Landes, begründetete er sein landesweites Ansehen. Sein Hauptwerk über die Geologie und Geographie Ecuadors war über Jahrzehnte unübertroffen. Zurück in Deutschland arbeitete er für den Vulkanologen Alphons Stübel zwölf Jahre lang dessen umfangreiche Südamerika-Sammlung auf. Sie fand ihren Platz in der Abteilung für vergleichende Länderkunde im Museum für Völkerkunde in Leipzig. Daneben widmete er sich der Pflanzengattung der Fingerkräuter. In seiner umfangreichen Monographie der Gattung Potentilla untersuchte und beschrieb er alle damals bekannten Arten. Sie gilt noch heute als ein Beispiel ungemein exakter Arbeit und deutschen Forscherfleißes. Die Republik Ecuador ernannte Theodor Wolf 1921 zu ihrem Ehrenbürger. Er starb 1924 in Dresden-Plauen. Theodor Wolfs bewegte Lebensgeschichte in einer spannungsgeladenen Zeit ist es in jeder Hinsicht wert, nachvollzogen zu werden.