Frühe Texte der Moderne

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Der Prosatext „Alles Geschriebene bisher quark“ ist in nur in einem Exemplar erhalten. Das Heft ist durch „Sicherungsverwahrung“ bei der Gestapo und später bei der Stasi auf die Nachwelt gekommen und wurde hier erstmals als Faksimile veröffentlicht. Eine gattungsspezifische Einordnung des Textes ist schwierig. Er ist in sechs Kapitel gegliedert, doch sind diese Kapitel gefüllt mit Laut- und Satzfragmentkaskaden, kaum verständlichen Wortspielen, Anagrammen, Verschreibungen und Klangassoziationen. Formale Strukturen verschiedenster Gattungen und Genres lassen sich aufzeigen, intertextuelle Bezüge, die allerdings nur andeutungsweise hergestellt werden, verstärken den Montagecharakter des Textes. Eine narrative Struktur oder diskursive Entwicklung eines Textgeschehens oder einer Handlung ist nicht erkennbar. Seine Sprache enthält Anklänge ans Niederrheinische. Vermutlich hat Robert Wienes, über dessen Biografie nichts weiter bekannt ist, Berufserfahrungen als Setzer oder Buchdrucker gehabt. Als Wortkünstler experimentiert er mit der Sprache ähnlich wie etwa James Joyce, Kurt Schwitters, Otto Nebel oder Arno Schmidt.