Fürst Pückler Episoden & Facetten

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Facetten, dudengerecht auch: Fassetten – darin steckt der lateinisch-französisch-englische Begriff von Gesicht, Vorderseite. Das Deutsche Universalwörterbuch erklärt, Facetten sind durch Schleifen entstandene kleine, eckige Flächen an Edelsteinen oder Glas- und Metallkörpern. Im übertragenen Sinne sind Facetten Teilaspekte.
In den folgenden Geschichten sollen die verschiedenen Seiten eines Mannes, eines Charakters sichtbar werden, die im Ganzen zum Bild des Hermann von Pückler-Muskau beitragen können, eines in Stellung und Geist eigenmächtigen Adligen, geboren am 30. Oktober 1785 auf Schloss Muskau, gestorben am 4. Februar 1871 auf Schloss Branitz bei Cottbus.

Was war er nicht alles!

Standesherr und sächsisch-preußischer Junker, Parkschöpfer von europäischem Rang, exzellenter Pistolenschütze und Säbelfechter, Frankreichfreund und Kämpfer gegen Napoleon, Generalleutnant ohne Dienstzeit, autodidaktischer Schriftsteller mit Bestseller-Qualität, Heinefreund und Goetheverehrer, Büchernarr, Sprachschöpfer und Briefeschreiber, Sammler von Anekdoten und Epigrammen, Wanderer und Weltreisender, Schauspieler und Sänger, Salonlöwe in Berlin und Wien, Käufer und Halter schneller Rassepferde und Reiter von Eseln und Dromedaren, Nichtschwimmer und Zigarrenraucher, geschiedener Gatte und dennoch lebenslang Vertrauter seiner Exfrau Lucie, Freund, Liebhaber und Verehrer der holden Weiblichkeit, kritischer Geist und unbequemer politischer Kopf, eitler und gegen sich ehrlicher Selbstdarsteller.
Zu den vielen Teilaspekten seines Lebens gehören auch flüchtige Ereignisse, nebensächliche Erlebnisse, kurz Episoden genannt. Oder Streiflichter. Auch sie können prägend, bemerkens- und nachdenkenswert sein, das Leben Pücklers charakterisierend und die Nachwelt auch amüsierend.
Heinrich Heine, der sein Werk „Lutetia“ dem Fürsten widmete, wusste es, „dass er nicht wie die anderen auf seinem Stammbaum zu stehen braucht, um über die gewöhnlichen Köpfe hervorzuragen.“
Pücklers Leben hat sehr viele Facetten.