Gatsch / Und jetzt

Zwei Stücke

von

Die beiden in diesem Band versammelten Stücke drehen sich um den Horror der Geschichte und den Umgang mit ihm. Und doch sind es sehr verspielte und auf die Sprache horchende Theatertexte, in denen nichts eindeutig ist, und in denen vor allem die Frage nach der Darstellbarkeit der schlechten Geschichte gestellt wird.
In dem Einakter „Gatsch“ soll ein Stück gegeben werden, in dem sich – allen gesellschaftlichen Barrieren zum Trotz – ein Rom und eine Tochter aus gutem Hause verlieben. Allein der längst nicht mehr nüchterne Schauspieler weigert sich, auf der Bühne in seinen Vorzeige-Rom zu schlüpfen, was seine Kollegin pikiert. Der Schauspieler lässt sich dann doch noch zum Spielen einzelner Szenen bewegen, stellt aber die Frage, warum und für wen er da auf einer Bühne zum Jahrestag des Oberwarter Rohrbombenattentats in einen jungen Rom schlüpfen soll.
In der Gegenwart, in der noch immer eine böse Vergangenheit schlägt, spielt auch das Stück „Und jetzt“. Eine Frau findet heraus (oder bildet es sich ein), mit Mann und Sohn in jener Wohnung zu leben, in der zu Silvester 1939 ein jüdischer Tierarzt sich und seinen Sohn erschoss. Die Fragen, die sich aus der zweifelhaften Herkunft der Wohnung ergeben, werden doppelt durchgespielt: einmal von dem jungen Ehepaar, das in der zweifelhaften Oberwarter Wohnung lebt, dann von dem Schauspieler und der Schauspielerin, die es spielen.