Gottschee in Reimen

von

Gottschee

Gottschee, du bist ein fremdes Land.
Ich hab dich nicht so gleich erkannt.
Wo einst deutsche Sprache war zu Haus,
dort sieht es heut ganz anders aus.

Sechshundert Jahre deutsches Land,
war es bebaut mit starker Hand,
gezeichnet auch von Müh und Not,
wie überall, Geburt und Tod.

Gelebt, geschaffen und geherzt,
die ganze Sippschaft ausgemerzt.
Einst war das Volk ideenreich,
jetzt ist jedes Dorf dem Boden gleich.

Hundertsechsundsiebzig Dörfer wohlbestellt,
mit Haus und Stall und Vieh und Feld,
vertrieben und dahingerafft,
was einst gelebt ist abgeschafft.

Unseliger Krieg, unselige Zeit,
ich hab gesehn, ich weiß Bescheid.
Vertrieben ist der deutsche Geist,
weil das Land heut auch Kocevje heißt.

Du braves Volk im Sinn und Stand,
hast gelebt nur für dein Heimatland.
Hast manchen Herrn mit Huld bedacht
und manchen Kampf zu End gebracht.

Du Volk aus freien deutschen Landen,
hast viele Nöte ausgestanden.
Einst warst du Schutz vor Feind und Not,
zuletzt verfolgt bis in den Tod.

Du bist zerstreut, vernichtet und betrogen.
Man hat Fleiß mit Undank aufgewogen.
Du warst Spielball jeder Politik.
Was man Dir tat, dem gilt Kritik.