Gravesend

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Ray Boy Calabrese wird nach 16 Jahren Gefängnis auf freien Fuß gesetzt. Er hat mit zwei Freunden aus lauter Hass auf dem Belt Parkway ein Kind in den Tod gejagt. Obwohl er keine direkte Schuld an dem Tod des Jungen trug, sorgte seine Verurteilung dafür, dass die Nachbarschaft in zwei Lager zerfiel. Manche verachten ihn, für andere verkörperte der Unfall die Geburt einer Legende. Der Bruder des Opfers Conway D‘Innocenzio arbeitet in einer Apotheke, sorgt für seinen Vater und will sich am Mörder seines Bruders rächen. Als Alexandra, seine Jugendliebe, enttäuscht von einer gescheiterten Hollywood-Karriere nach Brooklyn zurückkehrt, benutzt sie ihn, um von zuhause wegzukommen, wo ihr Vater den Tod ihrer Mutter nicht überwinden kann. Sie ist nur zur Familie zurückgekehrt, um in Brooklyn wieder Fuß zu fassen, bis sie weiter nach Manhattan zieht. Die Rückkehr von Ray Boy Calabrese bricht die prekäre Balance in der Nachbarschaft auf, deren Vorurteile sich nicht befrieden lassen. So ist es auch die dritte Geschichte, jene von Ray Boy‘s Neffen, der seinen Punk auslebt und den Schurken im Film nacheifert, zum Scheitern verurteilt. Er sieht seinen Onkel als Vorbild und will sich den Respekt eines lokalen Gangsterbosses verdienen. Ein wundervoller, trauriger, poetischer Roman über eine Gemeinschaft an einer Kreuzung in Brooklyn. Darüber, dass ein Verbrechen, selbst wenn es verbüßt ist, Teil unseres Lebens bleibt.