Halt den Mund, sagte Mutter und dann starb sie

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Jede Geschichte hat zwei Meister: einen, der sie lebt, und einen, der sie erzählt. Davon, wie diese Meister zusammenfinden, handelt dieser Roman. Jutta Treibers Interesse gilt nicht den Tragödien der Weltpolitik, nicht den Mythen der Völkergeschichte, sondern den durchschnittlichen Menschen in unerwarteten und unerklärlichen Verstrickungen. Sie erfüllen ihre bemessene Lebenszeit und tragen ihr individuelles Scherflein dazu bei, dass die Welt so ist, wie sie ist.
Die Protagonistin, die Autorin Heide Mahr, findet ihre Geschichten im Kreis ihrer Familie und Freunde. Am liebsten würde sie alle erzählen, denn nichts macht den einen Menschen weniger wertvoll als einen anderen. Und doch muss sie mit jedem Mal schmerzlich erkennen: Auch Autorenschaft steht dem Lauf des Lebens ohnmächtig gegenüber, muss Verlust zur Kenntnis nehmen, befähigt aber immerhin dazu, all dies festzuhalten. In scheinbar losen Geschichten wird vom Tod erzählt, der in vielerlei Gestalt erscheinen mag. Dazwischen die Geschichte einer Selbstzerstörung. Schließlich entsteht aus den
Puzzlestücken ein Bild, das beim Leser, bei der Leserin vielleicht auch Gedanken über das eigene Dasein erweckt.