Im Dorf vor der Stadt

Die Baugenossenschaft Neubühl, 1929–2000

von

Das Buch erzählt erstmals die Geschichte der Baugenossenschaft Neubühl in Zürich Wollishofen von ihrer Gründung 1929 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Während die gleichnamige Werkbundsiedlung mit 105 Reiheneinfamilien­häusern und 88 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, wichtigstes Wohnensemble der Schweiz aus der Zwischen­kriegszeit und deshalb seit 2010 unter Denkmalschutz, als herausragendes Beispiel des Neuen Bauens architektonisch gut erforscht ist, fehlt bislang eine Darstellung der Genossenschaft. Diese verstand sich stets als eine «ideelle», die nicht nur günstigen Wohnraum schaffen wollte.
Die Publikation zeigt, wie dieser Anspruch mit der Realität in Konflikt geriet und welche Probleme sich aus dieser Spannung ergaben. Den roten Faden bildet die Frage, wie es gelang oder weshalb es misslang, das kulturelle Erbe der Siedlung zu bewahren. Spezielles Augenmerk widmet die Arbeit den Spuren von Flüchtlingen, die zwischen 1933 und 1945 hier lebten, verfolgt die vergeblichen Versuche, die anfänglich insular in freier Landschaft stehende Siedlung als «Dorf vor der Stadt» zu bewahren, und endet beim einzigen Neubau, den die Genossenschaft im Jahr 2000 zustande brachte. Und stets fliesst das genossenschaftliche Leben in all seinen Facetten in die Darstellung ein. Die Geschichte der Genossenschaft Neubühl steht stellvertretend für Entwicklungen, die das schweizerische Genossenschaftswesen im Lauf des 20. Jahrhunderts bestimmt haben.