In der Armutsfalle

Ein etwas anderer Frauenroman

von

Die Geschichte handelt von einer Rentnerin, die in Berlin lebt und dort kaum über die Runden kommt. Das ist der Grund, weshalb sie immer wieder in Supermärkten stiehlt. Zwischen den kleinen Diebereien geht die Hauptfigur Eva Kirner auf Zeitreisen, denn sie ist nicht nur materiell arm dran, sie ist auch ziemlich vereinsamt. Sie erinnert sich an ihre Jugend, Studentenzeit und ihre kurze Berufstätigkeit als Pädagogin, die sie später für die Karriere ihres Mannes aufgibt. Zunächst geht alles gut, sie lebt sogar zeitweise in Saus und Braus. Doch als sie Mitte vierzig ist, lässt sich ihr Mann scheiden. Der Versuch, in ihrem Beruf wieder Fuß zu fassen, hat nur wenig Erfolg.
Wenigstens hat sie Kontakt zu einem Frauenzentrum gefunden. Doch versucht sie auch dort aus falsch verstandener Scham, ihre Armut sorgfältig zu verbergen. Ihre Diebereien bleiben zunächst unbemerkt, später wird sie regelmäßig von einem Gericht verurteilt, zuletzt zu einer zweimonatigen Haftstrafe. Kurz vor Haftantritt bekennt sie sich im Frauenzentrum zu ihrer Armut, worauf die Frauen eine Demonstration gegen Altersarmut initiieren.
Am Schluss muss Eva Kirner ihre Haftstrafe antreten. Es ist in der Trostlosigkeit der Gefängniszelle, dass für Eva Hoffnung aufscheint – wohl nicht auf einen Weg aus ihrer materiellen Armut, jedoch auf einen Weg zu sich selbst.
Der Text veranschaulicht, wie das traditionelle weibliche Rollen-Muster auch heute noch Frauen im Alter in Armut und Einsamkeit treibt – und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihrem Bildungsstand vor der Ehe.