Jamnica. Das Dorf in der Kärntner Mulde

Roman (Bd.2)

von

Im 2. Teil seines großen Romans behandelt der Autor die Sitation im Kärntner Dorf in der Mulde nach dem 1. Weltkrieg, die Zeit der ersten Wahlen und der wirtschaftlichen und sozialen Umstrukturierungen nach dem Zusammenbruch Altösterreichs. Die Demokratisierung in der Nachkriegszeit, in der das Miestal von den Märkten in Südkärnten abgeschnitten war und viele Bewohner ihre Ersparnisse durch den Zusammenbruch der Banken und Inflation verloren, wird eindrucksvoll geschildert.
Das Buch schildert die verschärfte Situation der späten zwanziger Jahre, in denen Werteverlust, Heuchelei und Gier in Verbindung mit der Wirtschaftskrise zu einer inneren Aushöhlung der Gesellschaft führen und das Subjekt zum Opfer von Rivalität und Entsolidarisierung machen.
Dann erst erinnerte sie sich an den Jungen neben sich. Im ersten Augenblick schmerzte es sie geradezu, als sie an seine zarte Jugend dachte und dass er der Sohn ihres Mannes war. Er war neben ihr aufgewachsen und hatte sich entwickelt, und nun würde er volljährig werden. Wer weiß, wer einmal dieses Fleisch verschlingen würde, dieses Zabev’sche Fleisch.? Manchmal sah sie wie durch einen leichten Nebel sein Wachsen, seine täglich kräftigeren Glieder. In dieser Nacht, als sie ihn das Tanzen lehrte und ihn an den Händen hielt, hatte sie das Pulsieren seiner Adern verspürt. Auch in ihr war in jenem Augenblick die Kraft angewachsen. Der Junge sah in ihr die Frau, obwohl sie seine “Mutter” war … Schwer lasteten diese Gedanken auf ihr, schwer war alles, was ihr durch den Kopf ging. Doch plötzlich riss es sich in ihrer Brust los und es entrang sich ihr ein kurzes, vernunftloses Lachen.