KARL UDE – Topographie des Verdrängens

Schreiben unterm Hakenkreuz

von

Christian Ude, Oberbürgermeister von München und Städtetagpräsident, behauptet wahrheitswidrig über seinen Vater, den Journalisten und Schriftsteller Karl Ude, „… er sei ein mustergültig demokratischer, ansonsten aber unpolitischer Mensch gewesen und habe im Dritten Reich still abgewartet, bis das Übel vorüber war. Zwar habe er sein Leben lang großes Interesse am Zeitgeschehen gezeigt, jedoch grundsätzlich keine Stellung bezogen. Dazu sei er viel zu diplomatisch gewesen. Außerdem sei er in der Rolle des Künstlers aufgegangen.“ (aus Traudl Junges Buch: „Bis zur letzten Stunde, Hitlers Sekretärin“, hier wird Christian Ude zitiert). Es ist auch kein Zufall, dass sich Traudl Junge zu Karl Ude in die Bauerstraße 9 begeben hat!
Zahlreiche Fakten belegen: Karl Kurt Friedrich Ude war vor und nach 1933 ein sehr politischer Mensch und bis zum bitteren Ende eine wichtige Stütze des NS-Regimes. Goebbels erstellte die „Zunft“ der Kriegshandwerker, eine Kriegsmaschinerie der Feder und Tinte. Ein williger Propagandist und Schreibtischtäter, Udes Aussagen, antisemitisch und völkisch. In seinen Kreisen wurde er auch der „Blutige“ bezeichnet, u. a. wegen seinem Blu-Bo-Stil. Karl Ude war nicht nur der Prinzipal der Nazi- Verlags-Rezensionen im Deutschen Reich, seine Verehrung für Hitler kannte keine Grenzen, für Ude war Hitler ein „Künstler und Baumeister, ein Baumeister Deutschlands, Europas und der Welt, Hitler war ein Führer-Genie.“

In der Zeit zwischen 1930 und 1945 war er ein treuer Anhänger der „Braunen Horden“ und Chronist der „Hauptstadt der Bewegung.“ Für ihn war der „Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches“ Hermann Göring ein Tatmensch, den er sehr gern auch zitierte.