Klangstaub

Lyrik

von ,

Nichts andres

wird dir geschenkt
als das was du bist
Du wirst es sein
immerfort du
der im Spiegel
sein Antlitz erblickt
Was du bewirkst
trägt deine Spur
Was du erwählst
haftet an dir
Was du verdrängst
das holt dich ein
Was du beginnst
endet mit dir
Betritt es das Sperrgebiet
straffe die Haut gegen die Wehmut
wirf den Blick nicht zurück
Streif alles ab was hinderlich ist
den Ballast nutzreicher Vorsätze
die Schlingen geübter Verrichtungen
Im Minenfeld der Gedanken
schwindet der Schmerz
über die Grenze gegangen zu sein
Eingeschlossen in mein Gehäuse
aus Wasser Eiweiß und Nerven
Digital vernetzt im Gangliengeflecht
mit Handy TV und Computer
Zugleich in mir und außer mir selbst
Anruf erwartend e-mail gewärtig
Ständig auf dem Sprung
die Börsenkurse zu orten
kein www zu versäumen
Umwirrt von Daten und Fakten
Noch im Schlaf die Maus in den Händen
letzte Botschaften suchend
Schweißnaß auf den Buchstabentasten
Verdrängtes ins Internet tippend
und zu wissen daß rund um den Globus
die Rufe kein Echo bewirken