Kounellis

Fragmente eines Tagebuchs, Kounellis in Mexico

von

Der Künstler Jannis Kounellis behauptet von sich, er sei Maler. Doch gemalt hat er schon seit über vierzig Jahren nicht mehr. Stattdessen baut Kounellis in oft wochenlangem Kampf mit Raum und Materie dreidimensionale Bilder, die auf den Betrachter zustürmen, ihn im Werk verschwinden lassen, verschlucken, mitnehmen auf spektakuläre Reisen in die Kunst.

Zusammen mit Interviews und Besuchen im römischen Atelier oder dem Ferienhaus auf der Insel Hydra werden zwei solcher Reisen in den vorliegenden Filmen dokumentiert, absolute Schlüsselausstellungen innerhalb der fünfzigjährigen Karriere eines der wichtigsten Künstlers der Gegenwart. Die erste Ausstellung fand vor fünfzehn Jahren auf einem Frachtschiff im Hafen seiner Geburtsstadt Piräus statt, die Rückkehr eines zeitgenössischen Odysseus nach langen Jahrzehnten des freiwilligen Exils. Die zweite im Jahre 2001 in einer verlassenen Kathedrale mitten in Mexico City, wo Kounellis mit lokalem Basaltstein, Stahlträgern, Möbeln, Messern, Glas und Blumen eine gewaltige Prozession mit Alltagsmaterialien aus Natur und Zivilisation installierte.