Kriminal-Novellen

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Der gewandte Polizeirat hatte mit seinen Leuten nur Einen von den Dieben aus dem Keller am Dönhofsplatze gefangen. Die drei Anderen waren nach verschiedenen Seiten hin entkommen. Wegen der Entkommenen wußte sich der Polizeirat zu trösten. Sie waren ihm zu jeder weiteren Stunde sicher, so meinte er, wenigstens nach dem Fange, den er gemacht hatte.
Es war ein großer, schöner, junger Mann, der Gefangene, mit einem feinen, blassen Gesichte, einem glänzend schwarzen, krausen Barte, einem stolzen, vornehmen Wesen.
Der Pole! sagte sich der Polizeirat. Der Geliebte der Josepha Wagner! Der verwegene Dieb, der an der Spitze der frechsten Berliner Diebe steht! Von dem die Polizei dennoch seit acht Wochen nichts wußte! Vielleicht gar der Mörder in der Chausseestraße, er mit seinen Gesellen! Endlich habe ich ihn.
Verwahrt ihn sicher! befahl der Polizeirat seinen Leuten.