Lebenserfahrungen – Lebensweisheiten

Mystiker des 20. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen Ost und West

von

Prof. Dr. Karlfried Graf Dürckheim, 1896 – 1988, Psychologe, Philosoph, Psychotherapeut und Meditationslehrer, ent­wickelte eine eigenständige Anthropologie, in der er östliche und westliche Mystik miteinander in Beziehung brachte.
Dürckheims Grundformel vom „doppelten Ursprung des Menschen“, dessen himmlische wie irdische Heimat gleichviel Tribut verlangt, bringt die Religio, verstanden als die indi­viduelle Rückbindung an den eigenen innersten göttlichen Wesenskern, als Ultima ratio in die westliche Psychotherapie und Wegbegleitung ein. Dürckheim begreift den Menschen als geistiges Wesen, dazu aufgerufen und befähigt, die immanente Transzendenz zu erfahren und daraus Konse­quenzen zu ziehen. Seine Aufforderung zum religare, der Beachtung und Rückbindung an das göttliche Sein und die Anerkennung der immanenten Transzendenz, ist radikal, ruft sie den Menschen doch dazu auf, das Erfahrene ernst zu nehmen, als Auftrag zur Wandlung hin zu einem vom gött­lichen Sein durchwirkten und getragenem Leben.
Im 1. Teil „Leben“ macht der Autor die grundsätzlichen Motive des Dürckheimschen Werkes vor dem Hintergrund seiner Biographie transparent. Im 2. Teil „Lehre“ stellt er Dürckheims Werk ausführlich vor und fasst die für die Mystik relevanten Aspekte zusammen. Im 3. Teil „Impulse“ werden Dürckheims Anschauungen aufgegriffen, systematisiert und mit Beiträgen aus der Mystik-Forschung in Diskussion gebracht.