Lieber aufgeregt als abgeklärt

Essays

von

In Eva Menasses Essays und Reden lassen sich das Temperament und die Formulierlust dieser Autorin noch einmal neu entdecken: in liebevoll-boshaften Langzeitbeobachtungen über Deutsche und Österreicher, in engagierten politischen Interventionen, aber auch in leidenschaftlichen Bekenntnissen zu Lieblingsschriftstellern wie Richard Yates, Alice Munro und Ulrich Becher.
Besonderes Augenmerk gilt der öffentlichen Rolle des Schriftstellers, ein Feld, auf dem man in Deutschland nur alles falsch machen kann. Die Heinrich-Böll-Preisträgerin von 2013 versucht zu ergründen, was der Preispatron heute denken würde. Sie hadert mit Günter Grass und hält ihm doch eine Geburtstagsrede, sie preist Georg Kreislers Genie und dankt Imre Kertész für seine unerbittliche literarische Genauigkeit. Menasses pointierte und elegante Texte beziehen Stellung, sie sind ein Plädoyer gegen Lauheit – und ein Lektüregenuss.