Lindemanns Bibliothek

zu Aufzeichnungen aus einem sibirischen Gefangenenlager von Hans Dilger.

von

„Kaum vorstellbar, wie einer der Inhaftierten weggeworfene Packpapierfetzen aufgelesen und für seine Zwecke zurechtgeschnitten hatte, sich belächeln ließ von seinen Kameraden ob seines Eifers, dennoch vorsichtig taktierte beim Beschaffen, Beschriften und Entsorgen, nur in größeren Abständen zu schreiben wagte, um nicht bei seinem Tun ertappt zu werden, denn das hätte ihn sein Leben kosten können.“
Ursula Jetter

Gudrun Dilger, geb. Olsen, war die engste Mitarbeiterin des 1934 ermordeten jüdischen Rechtsanwalts und Reichstagsabgeordneten Ludwig Marum. Sie und ihre Familie lebten dadurch im Fokus der NS-­Gefährdung. Ihren Mann, Hans Dilger, ereilte die Abkommandierung nach Stalingrad, wo die wenigsten den Krieg überlebten. Nach jahrelanger Gefangenschaft kehrte er mit dem letzten Rück­transport deutscher Soldaten in seine Heimat zurück. Was Hans Dilger und seinen Kameraden half, die existenziellen Herausforderungen zu bewältigen, waren seine unter schwierigsten Bedingungen entstandenen sibirischen Aufzeichnungen. Seine Tochter, die Schrifstellerin Ursula Jetter, geb. Dilger, hat sie in diesem kleinen Band festgehalten.
Ein kleiner, feiner, bibliophiler Band, bei dem die Innenseiten des Originals überaus vorsichtig faksimiliert wurden. Das Heft ist durch sein Alter und vor allem durch die damaligen Verhältnisse in der Gefangenschaft und die Witterungseinflüsse überaus fragil. Fadengeheftetes Hardcover in einer limitierten Auflage von 250 Exemplaren.