Männerfreundschaften, Motorräder, Mord

Die Geschichte der Bandidos von Toronto

von

Wie andere Clubs auch, bezeichneten sich die kanadischen
Bandidos gerne als Motorradenthusiasten, die von der Polizei
drangsaliert und von der Gesellschaft missverstanden werden.
Im Gegensatz zu den Hells Angels, waren die Bandidos jedoch
eher unorganisiert und nicht zu deren raffinierten Operationen
fähig. Sie konzentrierten sich lieber auf kleine Kämpfe innerhalb
ihrer selbst und sabotierten sich gegenseitig. Das Ergebnis hieß
Shedden und markierte das vorläufige Ende der kanadischen
Bandidos innerhalb einer blutigen Nacht.
Peter Edwards konzentriert sich aber nicht auf jene Nacht,
sonder schreibt in diesem Buch vielmehr die Geschichte der No
Surrender Crew, dem Bandidos-Chapter Toronto. Dabei greift
er jeweils die persönliche Geschichte der Protagonisten als auch
der verschiedenen Clubs auf, die zur No Surrender Crew
geführt haben. Aufgrund ausführlicher Interviews mit
Familienangehörigen, Verwandten, Freunden und Bekannten
sowie Auswertungen mitgeschnittener Gespräche und den
Aussagen von Angeklagten und Zeugen vor Gericht entwirft er
Psychogramme der Beteiligten, die wesentlich näher an der
Realität angesiedelt sind als die gängigen Klischees von Bikern als
kriminelle Individuen und Clubs als organisiertem Verbrechen,
denen jede Böswilligkeit zuzumuten ist.