Mäzene für Wissenschaft

Ein Hamburger Großkaufmann in New York

von

Von Hamburg in die Welt: Gustav Amsinck – ein Leben für Handel, Wissenschaft und Kultur

Die Biographie Amsincks ist ein spannendes Stück lebendiger Geschichte: 1857 reiste der damals 20-Jährige in die Vereinigten Staaten. In der boomenden Metropole New York baute er das „Warencommisions- und Bankgeschäft“ seines Bruders mit Geschick, Fleiß und Ideenreichtum aus. Neben dem Kerngeschäft, dem Zucker- und Kaffeehandel, investierte der Merchantbanker in Innovationen wie Fassreifenpatente, Fertighäuser und war beim Bau des Panamakanals involviert.

Das Gespür für gute Geschäfte hatte Amsinck, Sproß einer Kaufmannsdynastie, vom Vater geerbt – ebenso wie sein Interesse an Bildung, Wissenschaft und Kultur. In seiner neuen Heimat engagierte der Hanseat sich für Einrichtungen wie die „American Geographical Society“ und förderte z.B. das „Metropolitan Museum of Modern Art“. Seiner alten Heimat spendete er 100.000 Mark für die Gründung der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, der Wegbereiterin der 1919 gegründeten Universität.

Für seine Aufenthalte in der Hansestadt hatte der Kaufmann sich bereits einige Jahre zuvor einen Wohnsitz geschaffen: Das repräsentative Patrizierhaus an der westlichen Binnen-Alster, in dem sich heute der Übsersee-Club befindet, trägt noch immer seinen Namen – das Amsinck-Haus.

Dieser besonderen Mischung aus Verbundenheit zu seinen Wurzeln und Aufgeschlossenheit gegenüber seiner neuen Heimat, ihrer Kultur, ihren Menschen verdankte Gustav Amsinck einen großen Teil seines Geschäftserfolges. Er pflegte alte Verbindungen nach Hamburg, nahm aber auch am gesellschaftlichen Leben der New Yorker Upper Class lebhaften Anteil. Das Buch spiegelt so auch das Lebensgefühl der Finanz- und Handels-Elite im Big Apple des ausgehenden 19. Jahrhunderts wider – der Stadt, in der Gustav Amsinck 50 Jahre seines Lebens verbrachte.