Mama Donau

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„Noch später holte sich die Donau unser gelbes Sommerhaus und trug es eilig davon. So war sie, so ist sie immer noch. Erst kurz vor Wörth, hieß es, hätten sie ihr das Haus wieder entreißen können, aber da sah es traurig aus, und der Sonnenblumentüll war nur noch Erinnerung. Sie ist ein Weib, die Donau, und neidisch.“

Eva Demski bereist den Fluss, an dem sie geboren ist und in dem sie schwimmen gelernt hat. Natürlich nicht die ganzen 3000 Kilometer in einem Aufwasch; das hieße bereits, ihr Gewalt anzutun, der Mama Donau. Man muss sich Zeit lassen bei einer solchen Erkundung, mehr Zeit, als in eine einzelne Reise passt. Über etliche Stationen, Wegstrecken und Jahrzehnte hinweg ist Eva Demski von der Quelle bei Donaueschingen bis zum Donaudelta an der rumänischen Schwarzmeerküste unterwegs gewesen. Literarisch herausgekommen ist dabei jedoch nicht ‘nur’ ein Reiseführer, der Dörfer, Städte und Flusslandschaften durchstreift. Die Geschichte spielt an Orten der Donau, sicherlich, aber sie erzählt von Menschen, von Menschen, die die Erzählerin trifft, und von den Zeiten, in denen sie leben – und natürlich von Eva Demski selbst. Und schließlich doch wieder von der Donau, der Donau als einer Person diesmal, „einer eindeutig weiblichen. Unberechenbar, vernünftigem Rat unzugänglich, immer für eine Überraschung gut.“

Und weil niemand diese Geschichte besser erzählen kann als Eva Demski selbst, deshalb erzählt sie sie auch auf diesem Hörbuch selbst, mit ihrer unverwechselbaren Stimme, zuweilen unterstützt von Peter Heeg, Martin Hofer und Arthur Schnabl, und auf dem Klavier begleitet von Lukas Klotz.