Gudrun Heinen wurde im Jahr 1930 in Südwestafrika – heute Namibia – geboren. Schon bald nach der Geburt kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Sie sah das Land nicht wieder und trotzdem spürte sie stets eine enge Vertrautheit und eine tiefe Sehnsucht nach der Natur dieses fernen Landes. Bei der Entstehung ihrer Bilder arbeitet Gudrun Heinen am liebsten mit Erdfarben, Blautönen sowie mit Orange und Gelb, welche die Energie und Wärme der Sonne wiedergeben. Ihre Bilder vermitteln den Eindruck von Wüste, Gesteinsformationen und Höhlenmalereien. Die Wirkung der Naturnähe ihrer Bilder erzielt die Künstlerin durch verschiedene Mischtechniken auf unterschiedlichen Untergründen wie Schiefer, Holz oder Leinwand. Spezielle Spachteltechniken und Pigmentschichten werden kreiert, übermalt und bewusst wieder zerstört. Ein Bild entsteht stets Schicht um Schicht aus der Tiefe heraus. Nur so lässt sich dieser naturnahe Verwitterungseffekt, durch Wasser und Wind zerfurchter Felsen, erzeugen. Kunstvoll und mit viel Geduld schafft Gudrun Heinen damit ein Zusammenspiel aus bewusster Technik und zufälligem Entstehen. Wachsen müssen ihre Bilder, manchmal über Monate, um irgendwann, die für sie, perfekte Harmonie zu enthalten. Namen wie „Sonnenpyrit“, „Harmonie der Erde“ und „Spuren im Gestein“ runden ihre Werke ab.
Im Jahre 2009 ereilte die Künstlerin ein Schicksalsschlag. Seither besitzt sie nur noch 5% ihrer Sehfähigkeit. Aber Gudrun Heinen ließ sich nicht den Mut nehmen, irgendwann wieder malen zu können. Und sie hat es geschafft. Mit viel Geduld, Aufwand und Liebe arbeitet sie an ihren Werken. Mit Bedacht wurden die Werke beider Lebensphasen in diesem Bildband gemischt. „Nach vorn schauen und nicht zurück!“, das ist ihr Motto. Und ihre Bilder sind heute genauso ausdrucksstark wie früher.
- Veröffentlicht am Freitag 8. Mai 2015 von epubli
- ISBN: 9783737544269
- 48 Seiten
- Genre: Kunst, Literatur, Sachbücher
