Nebensachen und Seitenblicke

Das abenteuerliche Leben der Alexandra David-Néel (1868–1969)

von

Anläßlich des 50. Todestages der französischen Forschungsreisenden und Schriftstellerin Alexandra David-Néel erinnert der Verfasser mit dem vorliegenden Essay an Leben und Werk einer höchst ungewöhnlichen Frau, die dank ihres biblischen Alters, das ihr vergönnt war, zugleich als wichtige Zeitzeugin einer wechselvollen Geschichte gilt. Als sie geboren wurde, regierte noch Kaiser Napoleon III., im Jahr ihres Todes hatte die Mai-Revolte der Pariser Studenten begonnen und die ersten Menschen waren auf dem Mond gelandet. Bevor sie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in unerschlossene Länder des Himalaya reiste, hatte sie bereits nützliche Erfahrungen in Indien und auf Sri Lanka gesammelt. Ziel des Unternehmens war Tibet, dort, „wo der Schnee wohnt“, und Lhasa, das Zentrum des tibetanischen Buddhismus. Als Pilgerin verkleidet und meist zu Fuß hat sie mutig alle Strapazen und Gefahren auf sich genommen, wie keine Europäerin vor ihr.