Papanonna

Roman

von

Mit grosser Fabulierlust, mitreissendem Drive und einem ausgeprägten Sinn für die Leichtigkeit des Seins entrollt Heine J. Dietiker das Panorama einer reichen italienischen Grossfamilie, der es gelingt, eines ihrer weiblichen Mitglieder anstelle des Zwillingsbruders zum Papst krönen und beim drohenden Auffliegen des Betrugs in einer kunstvollen Inszenierung verschwinden zu lassen. Während seiner kurzen Amtsdauer vermag Papst Africanus I. die Herzen der Menschen zu gewinnen und wegweisende Signale zu setzen.
Man zählt das Jahr 2085, die Menschen haben gelernt, ihr Leben mit unermesslich teuren Maschinen bis ans Ende des Geldes zu verlängern. In einem Pflegeheim der Luxusklasse erzählt Giovanni di Stefano seinem milliardenschweren Zimmerpartner Bassi eine pikante Episode aus seiner Familiengeschichte.
Vor über 100 Jahren kam der adlige Clan der Di Stefanos auf dem Landgut in der Emilia Romagna zusammen, um den neunzigsten Geburtstag von Giovannis Urgrossmutter Rosa zu feiern. Nur Rosas ungeliebter Schwiegersohn Norbert, der bei der Familie seines Bruders in Köln lebt, ist nicht eingeladen. Am selben Tag wird bekannt, dass der Papst gestorben ist. Rosas Sohn, der als Favorit für die Nachfolge gilt, erliegt vor Aufregung einem Herzschlag. Da kommen die machtsüchtige Rosa und ihre emanzipierte Enkelin Rebecca auf die Idee, seine Zwillingsschwester Pia, eine Religionslehrerin, als Kardinal Vico in die Konklave zu schicken. Mit intriganter Hektik treiben die beiden den Plan voran.
Pia, die das Lebenswerk ihres Bruders vollenden und die Kirche reformieren möchte, wird schliesslich gewählt. Als Papst Africanus I. lenkt sie mit geschickter Hand die Amtsgeschäfte im Vatikan und begeistert die Menschen mit ihrer klugen Politik und persönlicher Glaubwürdigkeit. Doch Norbert, der jetzt erst erfährt, dass seine Frau noch lebt und als Papst amtet, will sich mit dieser Situation nicht abfinden: Nach Jahren der unfreiwilligen Trennung entschliesst er sich, endlich um seine Ehefrau zu kämpfen, um den Rest seines Lebens mit ihr zu verbringen. Gleichzeitig wird unter den di Stefanos ein zäher Machtkampf um die Verwaltung des Familienvermögens ausgetragen.
Pias Leben als Papst bleibt nicht von Dauer. Die Gefahr aufzufliegen wird immer grösser. Deshalb überlässt sie es ihrem Mann und den Simons, seiner Familie in Köln, den Ausstieg aus der Rolle zu organisieren. Auf einer Afrikareise verschwindet der Papst schliesslich vor den Augen der Weltöffentlichkeit auf mystische Weise.