Poesie der Nachbarn

Gedichte aus Italien

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Eine Italienische Reise der besonderen Art bietet diese Anthologie. Sie stellt uns die junge Szene Italienischer Lyrikerinnen und Lyriker vor.
Wer einem alten Cliché gemäß eine Neigung für die »große Rede« und das pathetische Sprechen der italienischen Dichter erwarten möchte, der wird enttäuscht sein. Hier spricht eine moderne, europäische Generation, die die einstige Vorliebe fürs Rhetorische der Vorväter weit hinter sich gelassen hat. Dafür wird die Realität auf den Prüfstand gestellt: Etwa im Gedicht »Grammatologie des Besitzes« von Domenico Arturo Ingenito. Elisa Biagini überrascht mit einer »Autobiographie« des Erfinders Nicola Tesla unter dem Titel »Perpetuum Mobile«. und der polyglotte Federico Italiano mit der »Geburt eines Zimmers«. Francesco Maria Tipaldi mit seinen lakonischen frechen Gedichten, die zu einem desillusionierten Schluß finden: »Das Nichts frißt uns aus der Hand.«
Gabriele D´Annunzio würde sich im Grabe herumdrehen. Mit dieser Dichtergeneration ist für die Populisten kein Staat zu machen.

Mit Gedichten von Elisa Biagini, Carmen Gallo, Marco Giovenale, Domenico Arturo Ingenito, Federico Italiano, Francesco Maria Tipaldi.
Übersetzt von Zsuzsanna Gahse, Nancy Hünger, Jan Koneffke, Katharina Schultens, Ulf Stolterfoht, Ernest Wichner.
Nach Interlinearversionen von Chiara Caradonna.

»Poesie der Nachbarn« ist ein Projekt des Künstlerhauses Edenkoben der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in Kooperation mit der Landes-Stiftung Arp Museum Bahnhof Rolandseck.