Port Tarascon

Letzte Abenteuer des berühmten Tartarin

von

»Der Tarasconer kümmert sich im allgemeinen nicht um Politik: von Natur träge, ist er gleichgültig gegen alles, was kein lokales Interesse für ihn hat, und hält, wie er zu sagen pflegt, am Stand der Dinge fest. Nichtsdestoweniger warf man dem Stand der Dinge seit einiger Zeit eine ganze Menge Dinge vor.
›Unsere Regierenden bringen uns vollends um alles,‹ sagte Tartarin.«

Alphonse Daudet (1840–1897), »dieser Schuft« (Tartarin), hat mit seinem Tartarin von Tarascon eine Figur geschaffen, die weit über das Werk hinaus lebendig ist, vergleichbar mit nur wenigen anderen in den allge­meinen Mythenschatz eingegangenen Helden – allesamt Krieger – wie Odysseus, Don Quijote und Josef Schwejk.

Im wenig bekannten letzten Teil der Trilogie entwickelt Daudet die dich­terische Selbstreflexion seines längst ein Eigenleben führenden Tartarin fort und bleibt ihm – »Erfinder, Schwindler« – doch bis zur Verabschiedung treu. Dieser späte Text des großen Erzählers ist eine mehrdimen­sionale Gratwanderung entlang des immer aktuellen, überaus schmalen Grenzbereichs von Realität und Mumpitz.