Ramadan ist nebenan

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Die schwarze Madonna von Altötting wird gestohlen und landet durch die Verkettung von Zufällen bei Babs, Willy und Ömer. Als sie das Marienheiligtum zurückbringen möchten, stoßen sie auf massiven Widerstand, und längst steht ein neues Gnadenbild im Altar. Um Wallfahrt und Tourismus zu retten, haben Bürgermeister Freischlager und Pfarrer Hinterwimmer den Diebstahl nicht zur Anzeige gebracht und sich mit einer Replik beholfen. Die Honoratioren der Stadt setzen nun alles daran, nicht als Betrüger entlarvt zu werden. Erst als man die echte Madonna in der Babyklappe am Krankenhaus findet, wo sie von Babs abgelegt wurde, und die Polizei ermittelt, gerät der Bürgermeister in Bedrängnis. Durch neue Lügengeschichten zieht er sich geschickt aus der Affäre. Die drei Freunde sind darüber empört und beschließen eine Strafaktion: Sie stehlen die Gebeine des umstritten Feldherrn von Tilly aus seiner Gruft. Während die berühmte Reliquie in der kommunalen Müllverbrennung entsorgt wird, setzt Freischlager wieder ganz auf Vertuschung, denn natürlich will er auch diese Sehenswürdigkeit nicht verlieren. Tilly wird durch ein Skelett aus dem Beinhaus ersetzt, das der Stadtpfarrer besorgt. Die Eskalationsspirale beginnt sich immer schneller zu drehen. Im Gegenzug steigt nämlich wieder Ömer in die Gruft und lässt dort einen Gartenzwerg zurück, der wie zum Hohn aus dem Sargfenster grinst. Es kommt zum Eklat. Bei einer Pressekonferenz verliert der Bürgermeister die Nerven und angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl droht ein politischer Erdrutsch. Im entstandenen Chaos schmieden sich plötzlich unheilige Allianzen. Am Ende geht wieder Freischlager als Sieger hervor. In Altötting bleibt alles beim Alten, ein Kult zwischen Marien – und Heldenverehrung. Der Roman schließt mit einer historischen Fiktion, die zwanzig Jahre nach Tillys Tod in Ingolstadt spielt. Sie berichtet von Missgeschicken, die es den dortigen Jesuiten unmöglich machen, Tillys sterbliche Überreste vertragsgemäß nach Altötting zu liefern. Der Leichnam wird vertauscht und auch sein Herz, eigentlich für eine Urne in der Gnadenkapelle bestimmt, wird versehentlich dem Schwein verfüttert.
Was wir glauben können ist immer nur eine Geschichte, nie die Wahrheit.